Kath. Burschen und Männerverein

Katholischer Burschen- und Männerverein

Der Kath. Burschen- und Männerverein (1912 bis 1950) war der Vorgängerverein der Kolpingfamilie.

Gründung:

Auf Einladung des Pfarrers von Wegfurt, Emil Salzmann, fanden sich am 7. Juli 1912 junge männliche Einwohner im Gasthaus „Krone“ ein und nachdem der Pfarrer die Zielsetzungen des zu gründeten Vereins erläutert hatte, beschlossen sie die Gründung des Burschenvereins Schönau. Als Statuten wurde die Verbandssatzung der Burschenvereine für das Königreich Bayern einstimmig angenommen. Der Verein schloss sich zudem dem Diözesanverband Würzburg und damit dem Landesverband Bayern an.

Bei der stattgefundenen Wahl wurde Ludwig Zirkelbach zum 1. Vorstand, Franz Arnold zum Kassier und Fridolin Zirkelbach zum Schriftführer gewählt. Das Amt des Präses übertrug man Pfarrer Salzmann. Die Zielsetzung des Vereins waren: Pflege der Gemeinschaft, der Geselligkeit und der kulturellen Betätigung So wurden bereits ein Jahr darauf Liederbücher angeschafft, Gesänge eingeprobt, an Weihnachten ein Theaterstück aufgeführt und im Januar im Gasthaus Krone ein Ball abgehalten. Als Vereinszimmer diente ein Lokal in der „Krone“. Im Jahre 1913 wurde der Verein beim kgl. Amtsgericht in Neustadt angemeldet. In Anbetracht der Verdienste, welche sich der beliebte Lehrer Aloys Schmitt, mit dem Einproben der Lieder und Theaterstücke erworben hatte, wurde er einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt.

Fahnenweihe:

Bei der Generalversammlung im Jahre 1913 beschlossen die Mitglieder die Anschaffung einer Vereinsfahne. Die Lieferfirma, Fahnenfabrik Friedrich Buri, Würzburg, fertigte nach den Vorstellungen des Vereins die Fahne: sie sollte das Bild des Kirchenpatrons St. Laurentius, umrahmt von Rosenzweigen, tragen. Die Kosten beliefen sich auf 300 Mark.
Das Fest der Fahnenweihe fand am Sonntag, 6. Juli 1913 statt. Der Ort zeigte sich aus diesem Anlass im prächtigen Fahnen- und Girlandenschmuck. Das Fest wurde am Vorabend durch einen Fackelzug eingeleitet und am Sonntag in aller Frühe schmetterte ein musikalischer Weckruf durch das Dorf. Die Gastvereine wurden am Ortseingang mit Musik abgeholt und dann ging es im Festzug zur Kirche, wo Pfarrer Salzmann das Festamt hielt und die Weihe der Fahne vornahm. Vom Patenverein, dem örtlichen Krieger- und Veteranenverein, wurde zur Erinnerung an die geweihte Fahne ein prächtiges Band angeheftet. Nach der Andacht, an der alle Vereine teilgenommen hatten, (was früher eine Selbstverständlichkeit war) bewegte sich ein großer Festzug mit 20 Gastvereinen samt Fahnen, darunter die Schönauer Fahne im Geleit von Ehrenjungfrauen, zum Festplatz an den Grasgärten unterhalb des Dorfes. Präses Pfarrer Salzmann konnte unter den zahlreichen Gästen auch den Landtagsabgeordneten Ankenbrand aus Würzburg begrüßen. Die Festrede hielt der Lokalkaplan von Lebenhan, Reis. Die Brudervereine samt dem Gesellenverein Neustadt, sorgen mit ihren Beiträgen für Unterhaltung. Die musikalische Gestaltung oblag der Musikkapelle Nordheim v. d. Rhön. Das Fest war durch das Festkomitee gut vorbereitet und die Einladungskarten (für die damalige Zeit schon eine Besonderheit) ließ man von der Druckerei Rötter drucken. Der Bericht im Protokollbuch schließt mit der Bilanz ab: Eingenommen wurden 359,93 Mark und ausgegeben 330,90 Mark. Der Burschenverein beteiligte sich im Februar 1914 an der Fahnenweihe des Brudervereins der Nachbargemeinde Wegfurt und sorgte durch Gesangseinlagen, unter Leitung von Lehrer Schmitt, für musikalische Ausschmückungen. Im Jahre 1914 erfolgte eine Neuwahl der Vorstandschaft, bei der Ludwig Zirkelbach als 1. Vorstand bestätigt wurde, 2. Vorstand wurde Joseph Reubelt und Kassier Franz Arnold. Der Verein pflegte mit großem Eifer das Theaterspiel.

Vereinsleben im I. Weltkrieg:

Vom 29. September berichtete die Rhön- und Saalepost, dass der beliebte Ortbürger und 2. Vorstand, Joseph Reubelt, an der Westfront, bei einem schweren Gefecht tödlich verwundet wurde. In einem Trauerzug, unter Geleit aller drei Ortsvereine mit ihren Fahnen, wurde der Leichnam vom Bahnhof abgeholt und in die Kirche zum Requiem geleitet.
Im Vereinsprotokoll über die Generalversammlung am 13. Mai 1915, findet man die Eintragung, dass man zu Beginn der Versammlung zunächst aller eingerückten und verwundeten Mitglieder gedacht hat und den Gefallenen ein Ehrengedenken gewidmet hatte. Die Versammlung hatte den Zweck, so wörtlich, nach längerer Unterbrechung, die Anwesenden zum festen Zusammenhalt anzuspornen und die entstandenen Lücken durch Neuzugänge zu füllen. Nur spärlich sind die Eintragungen und betrafen meist die Bekanntgabe der Namen von Verwundeten und Gefallenen.

Aufblühen des Vereins nach dem Kriege

Im Protokoll vom 10. August 1918 steht, dass man sich zwar vorgenommen hatte die Kriegschronik weiter zu führen, aber es ging einfach nicht. Im Protokoll wurden alle im Kriegseinsatz gestandenen Mitglieder mit ihrem Dienstgrad, ihrem Frontdienst, ihren Auszeichnungen und ihrer Heimkehr, bzw. dass die noch vermisst oder gefallen sind, eingetragen. In der Generalversammlung am 23. Februar 1919 widmete man den 10 gefallenen Mitgliedern ein ehrendes Gedenken. Bei der Neuwahl der Vorstandschaft wurde Johann Fuchs 1. Vorstand und Gottfried Schmalz Schriftführer. Man beschloss ferner, den Verein in „Kath. Burschen- und Männerverein“ umzubenennen, um auch die inzwischen Verheirateten im Verein weiter zu behalten. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 1,- Mark halbjährlich festgesetzt. In der Versammlung am 6. Juli desgleichen Jahres legte Johann Fuchs aus beruflichen Gründen sein Amt nieder und zum neuen Vorstand wurde Alois Griebel gewählt. Ein Eintrag im Protokollbuch besagt, dass am Festtag des Kirchenpatrons für die Mitglieder Generalkommunion angesetzt wurde. Am 15. August veranstaltete der Verein eine Lichterprozession zur Lourdesgrotte, an der sich die Pfarrgemeinde recht zahlreich beteiligte, „um die Friedenskönigin zu loben, ihr zu danken und ferner Hilfe zu erflehen. Möge unser Verein weiter blühen und auf gutem Boden weiterschreiten“, heißt es zum Abschluss des Berichtes. 16 Schönauer Jungmänner nahmen mit Fahne und Musik an den Burschenexerzitien am Kreuzberg, veranstaltet vom Diözesanverband, teil. Zur Freude der 112 Teilnehmer konnten die Gottesdienste durch den Einsatz der Schönauer Blaskapelle musikalisch ausgeschmückt werden.

Im November wurde eine außerordentliche Generalversammlung abgehalten, in der man bestrebt war, sich mit dem nach dem Kriege gegründeten Verein für Volksbildung „Hochland“ zu einigen und ihn, nach Anerkennung der Vereinsdevisen, aufzunehmen. Leider kam dies nicht durch die beharrliche Haltung dessen Vorstandschaft zustande.

1920 feierte der Verein nach langer Abstinenz wieder zünftige Fosenocht. Die Burschen ließen das „Narrenschiff vom Stapel und alle Narren und Närrinnen wurden zur Gaudi aufs Schiff eingeladen. Am 8. Dezember 1920 wurde schließlich in der gemeinsamen Versammlung des Burschenvereins mit dem Verein für Volksbildung beschlossen, die beiden Vereine zusammen zu legen. Der neue Verein heißt künftig: „Hochland-Verein katholischer Burschen und Männer“. Die Satzung des Burschenvereins blieb bestehen und wurde nur durch verschiedene Ergänzungen vom „Hochland“ erweitert.

Rückblick und Erläuterung zu dem erwähnten Verein

"Hochland"

„Hochland-Verein für Volksbildung“.
Am 16. Februar 1919 wurde in Schönau der „Verein für Volksbildung“ gegründet. Dachverband war der Rhein-Mainische Verband in Frankfurt. Der Verein nahm sich zur Aufgabe die Pflege geistiger Interessen zu fördern, Freude an kulturellen Darbietungen zu wecken und besonders Literatur, Gesang und Musik zu fördern. An diesem Tage wurde auch die Vereinssatzung, in Anlehnung an die des Dachverbandes, beschossen. Als 1. Vorstand wurde Heinrich Arnold und als Schriftführer L. Th. Reubelt, der eigentliche Initiator der Vereinsgründung, gewählt. 10 Tage danach fand die erste Mitgliederversammlung statt, bei der 44 Ortsbürger ihren Beitritt erklärten. Als Vereinslokal wählte man einen Raum im Gasthaus Krone. Den ersten Sonntag im Monat bestimmte man für zwanglose Zusammenkünfte, Spiele, Besprechungen und Unterhaltung. Der Arbeitplan für das laufende Jahr sah viel versprechend aus: Kurs in einfacher Buchführung an 10 Abenden, Einproben von Theaterstücken und Einüben von Liedern. Der Verein führte auch laufend Theaterstücke auf, veranstaltet Tanzkränzchen und richtete ein Waldfest aus. Er gab sich zudem den Beinamen „Hochland“. Im September wurde eine Bibliotheksordnung erlassen, nachdem zahlreiche Bücher durch Spenden von Sponsoren erworben wurden und Bibliothekar wurde L. Th. Reubelt. Auf der Statutengemäßen Jahreshauptversammlung im Januar 1920 wurde die Vorstandschaft neu gewählt. 1. Vorsitzender wurde Otto Stäblein, Stellvertreter Wendelin Griebel, Kassier Engelbert Rahm, Schriftführer Franz Banfelder und Beisitzer Valentin Reubelt.

Aktivitäten des Burschenvereins in den 20er Jahren

Die Vereinstätigkeit in den 20er Jahren war sehr rege. Am 1. Mai 1921 fand eine Gedächtnisfeier für die Gefallenen der Gemeinde, mit Weihe der Gedenktafel statt. Vom Turm erschallte an diesem Festtag um 5 Uhr durch die Musikkapelle der Morgengruß mit „Die Himmel rühmen“ und anschließend dröhnten Böllerschüsse über das noch schlafende Dorf. Die Gedenktafel wurde vor dem Festamt durch Pfarrer Salzmann konsekriert und in markigen Worten sprach er in der Predigt über den Sinn der Tafel, die nunmehr als 15. Station in der Kirche, kommenden Geschlechtern an die Opfer, die unser Dorf gebracht hatte, erinnern soll.
In diesem Jahre schloss sich die Gesangsgruppe unter ihrem Leiter Ludwig Zirkelbach dem Burschenverein an. Im Juni 1923 fand in Schönau das 2. Rhöngaufest der Kath. Burschenvereine statt, das man zugleich mit dem 10-jährigen Stiftungsfest des örtlichen Vereins verband. Das Fest, das eine machtvolle Demonstration der Burschenvereine der Rhön war, wurde durch die Mitglieder hervorragend organisiert und hinterließ bei allen nachhaltigen Eindruck. Das geschmückte Dorf zählte eine so große Zahl von Besuchern, dass es lt. Bericht zuging, wie in einem „schwärmenden Bienenstock“.
Der Verein pflegte in diesen Jahren eifrig das Theaterspiel und an Kirchweih und Fastnacht hielt er im Gasthaus Korne Tanzveranstaltungen ab.

Bau des Vereinssaales

Nach vielen Beratungen beschloss man 1925 die Aufstockung der Dreschhalle und des Lagers zum Ausbau eines Vereinssaales. Endlich sollt der lang ersehnte Wunsch, nach einem eigenen Vereinsheim in Erfüllung gehen. Mit viel Eigenleistung und auch Geldopfern trugen die Mitglieder zum Bau bei, so dass bereits am Kirchweihsonntag 1925, im Rahmen eines Festtages dem vollendeten Werk durch Pfarrer Salzmann der kirchliche Segen erteilt werden konnte. Sogleich fand auch der Kirmestanz im neuen Saal statt. Die Verwirklichung des Projektes war für die damalige Zeit für einen dörflichen Verein eine große Leistung. Unterstützung fand man dabei durch Bürgermeister L. Th. Reubelt, der selbst Mitglied der Vorstandschaft war. Lückenlos und seht ausführlich führte er in all den Jahren die Vereinschronik. Vorstand zu dieser bewegten Zeit war Oskar Griebel.
Mit dem Unterhalt des Saales kamen auch einige Lasten auf die Vorstandschaft zu. So beschloss man den Ausschank im Vereinssaal abwechselnd den beiden Wirten zu übertragen. Die zahlreichen Theateraufführungen in der Folgezeit, sowie Tanzveranstaltungen auf Kirmes und Fastnacht, fanden nunmehr im Saal statt, doch das Vereinslokal verblieb nach wie vor in der „Krone“.
Fast vollständig nahmen die Mitglieder am 2. August 1925, am 25-jährigen Priesterjubiläum vom Pfarrer Emil Salzmann in Wegfurt teil. Die Gesangsabteilung gestaltet dabei eindrucksvoll das Jubelamt durch Schuberts Deutsche Messe. Von den Mitgliedern bildete sich in den Jahren 1924/25 eine Fußball- und Turngruppe. Im Juli 1929 richtetet der örtliche Verein das IV. Rhöngaufest der Kath. Burschenvereine aus, doch es war nur ein Schatten des glanzvollen Festes im Jahre 1923.
Unter den Mitgliedern trat in diesen Jahren eine gewisse Lauheit ein. Nach einer Durststrecke formierte sich der Verein 1930 auf Anregung des Präses wieder neu. Die alte Vorstandschaft war zurückgetreten und bei der Neuwahl wurde Ludwig Griebel 1. Vorstand. Bei einer Familienfeier war auch der Diözesanpräses geistl. Rat Volpert aus Würzburg anwesend und ein reichhaltiges Programm, mit einem Theaterstück „Gevater Tod“ und Darbietungen der Gesangsgruppe, füllte den Abend. der Festredner stellte die Grundsätze des Vereins, Glaube, Sitte, Berufstüchtigkeit und Freundschaft in einem tiefsinnigen Vortrag heraus und gab so wieder Anregungen für ein aktiver Vereinsleben. Im gleichen Jahr wurde zünftige Fosenocht gefeiert. Es stellte sich sogar ein Elferrat zur Schau und im Saal wurde ein humorvolles Unterhaltungsprogramm geboten.
Ende Juni 1930 fand im Saale die Abschiedsfeier für den scheidenden Pfarrer von Wegfurt, Emil Salzmann statt, auf dessen Initiative die Vereinsgründung zustande kam und der sich 18 Jahre als Präses engagierte. Bürgermeister, Gemeinderat, Vertreter der Vereine und sonstige örtlicher Gremien dankten dem rührigen Pfarrherrn. Musikkapelle und Gesangsgruppe umrahmten die Feier. In bewegten und doch wieder humorvollen Worten dankte der Scheidende für all die Liebe und treue, die er gerade in Schönau gefunden hatte. Die äußerst schlichte Veranstaltung steigerte sich zur herzlichen, begeisterten und eindrucksvollen Kundgebung und schloss mit Geleit des Pfarrherrn zum Dorfende.
Im Rahmen eines Familienabend wurde bald danach, der neue Pfarrer von Wegfurt, Konrad Schlör, vorgestellt. Das ihm angetragene Amt als Präses nahm er an. Im Oktober 1931 trat der Fußballclub, jetzt „Deutsche Jugendkraft“, DJK, dem Kath. Burschen- und Männerverein bei. 1931 nahm eine Abordnung an der Diözesanwallfahrt nach Arnstein teil. Das Festamt hielt Bischof Matthias Ehrenfried. In seiner Predigt geißelte er den Unglauben, der sich gegenwärtig ausbreitet. Es war eine machtvolle Glaubensdemonstration der Burschenvereine.
Eine große Manifestation war auch die Diözesanwallfahrt der Burschenvereine im Mai 1931 auf den Kreuzberg. An die 4.000 Teilnehmer mit Fahnen und etlichen Musikkapellen trafen hier ein und wohnten der Pontifikalmesse, die der Bischof im Freien hielt und der anschließenden Kundgebung, bei. Die Schönauer waren stark vertreten mit Fahne und Musikkapelle und Bürgermeister L. Th. Reubelt hielt eine zündende Rede über die Landflucht. „Behaltet den Bauernstand im Herzen, bleibt der Scholle treu“, rief er der Jugend zu,
Ein großes Ereignis im Jahre 1931 war der vom Burschenverein und der DJK ausgerichtete Jugendsonntag, bei dem auch der Diözesanleiter der DJK, Direktor Sperber, anwesend war. Wie an jedem Festtag, fand am Morgen Generalkommunion der Mitglieder statt und eine Kirchenparade leitete die Festmesse ein. Am Nachmittag gab es Fußballspiele und Rhönradvorführungen.
Das Fest des Kirchenpatrons wurde besonders stimmungsvoll gefeiert. Früh zogen die Vereine mit klingendem Spiel und wehenden Fahnen zum Festamt. Nachmittags fand eine Familienfeier im Vereinssaal statt, bei der Bezirkspräses Dechant Jäger zur „katholischen Aktion“ aufrief. Abends war Standkonzert der Gesangsabteilung des Burschenvereins unter Leitung von Pius Pfeiffer und der Musikkapelle unter der sicheren Führung des jungen Dirigenten Julius Geis aus Neustadt. Bewundernswert sind die Leistungen von Geis als Dirigent, Organisator sowie als praktischer Musikant. Er hatte es verstanden in kürzester Zeit mit wenigen Leuten, ohne besondere Vorbildung eine Musikkapelle auf die Beine zu bringen.
Zu Beginn des Jahres 1932 stand Neuwahl der Vorstandschaft an und bei dieser wurde Willibald Stapf zum 1. Vorstand gewählt. Der Verein führte nunmehr auch Turnstunden für Jüngere und Ältere ein. Vollzählig nahmen die Mitglieder im Juli an der Einweihungsfeier der Kriegergedächtniskapelle teil.

Aufhören der Vereinstätigkeit.

Das Jahr 1932 war politisch eine bewegte Zeit und die Vereinsarbeit entfaltet sich nur mäßig. An Kirchweih und zu Weihnachten wurde Theater gespielt. Die Machtübernahme 1933 durch die Nationalsozialisten nahm vorerst noch keinen Einfluss auf das Vereinleben. Im Mai wurde noch ein Waldlauf durchgeführt und für die Jugend das Christusbanner geweiht.
1934 wagte man noch vom Verein ein Theaterstück aufzuführen, doch dann erstarrte in Kürze alles kirchliche Vereinsleben. Fahne und Chronik wurden in ein sicheres Versteck gebracht. Viele Mitglieder mussten in dem im September 1939 ausgebrochenen Kriege Waffendienst leisten und wurden verwundet, vermisst und sind gefallen.

Neugründung nach dem 2. Weltkrieg

Für den 15. Dezember 1946 berief Bürgermeister L. Theodor Reubelt eine Versammlung zwecks Neugründung eines Vereins. In dieser wurde beschlossen, den alten Verein wieder erstehen zu lassen und ihm den alten Namen „Kath. Burschen und Männerverein“ zu geben. Auch ließ man die alte Satzung wieder gelten. In dieser Gründungsversammlung war auch der Aushilfsseelsorger P. Dr. Emil Ballweg zugegen und nahm Fühlungsnahme mit der Jugend auf. In einer Ansprache stellte er die Ziele eines katholischen Vereines klar heraus und betonte woran es derzeit bei jungen Menschen mangelt. Auf allgemeinen Wunsch stellte er sich als Präses zur Verfügung. Es wurde auch festgehalten, dass sich der Verein einen Verband, der durch den Bischof ins Leben gerufen wird, unterstellt. Die anschließende Wahl blieb erfolglos, da sich keiner der Anwesenden als Kandidat für die Wahl zur Vorstandschaft zur Verfügung stellte. Die Wahlhandlung wurde deshalb vertagt.
Für März wurde neuerdings eine Versammlung einberufen, bei der Albin Kleinhenz zum 1. Vorsitzenden und Willibald Hergehnah zu seinem Stellvertreter gewählt wurden. Da die beiden Vorstände kurz darauf ihr Amt niedergelegt hatten, beraumte Kassier Heinrich Schmalz, aus Mitsorge um Bestehen des Vereins, für Juni 1947 nochmals eine Wahlversammlung an. Es musste schließlich eine Vorstandschaft gewählt werden, so der Tenor, die konstruktive Arbeit leiste und für das Wohl des Vereins und sein Fortleben voll Rechnung trägt. Und bei der anschließenden Wahl kam auch ein gutes Team heraus. Folgende Vorstandschaft wurde gewählt: 1. Vorstand Heinrich Schmalz, 2. Vorstand Erwin Kesselring und Beisitzer Oswald Schmalz, Viktor Griebel, Theo Stäblein und Alfons Griebel. Die Vorstandschaft nahm unverzüglich ihre Arbeit auf. Mit Heinrich Schmalz kam ein dynamischer junger Mann an die Führungsspitze des Vereins. Schon in den kommenden Monaten fasste die Führung den Entschluss, den Saal zu erweitern. Im Sommer wurde ein Waldlauf veranstaltet, im Oktober ein Theaterstück aufgeführt und auf Weihnachten gab es eine schöne Weihnachtsfeier mit Krippenspiel.

Saalanbau Aufwärtsentwicklung des Vereins

Mit viel Elan und großem Arbeitseinsatz gingen die Mitglieder beim Anbau des Saales an die Arbeit, so dass bereits im April 1948 Richtfest gefeiert werden konnte. Allerdings gab es Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Baumaterialien (ein üblicher Zustand in der Nachkriegszeit) und so blieb das Dach lange Zeit offen.
Großen Anklang fand im Juni das Jugendtreffen. Das Dorf hatte aus diesem Anlass Festschmuck angelegt. Nach dem Amt fand vor dem Rathaus eine Kundgebung statt und nach der Andacht bewegte sich ein Festzug mit zahlreichen Jugendgruppen der näheren und weiteren Umgebung durch das Dorf zum Festplatz am Walde.
Eine Glaubensmanifestation war zudem das Jugendtreffen im September des gleichen Jahres auf dem Kreuzberg, das von den Schönauern vorbildlich organisiert wurde. Den Festgottesdienst hielt Präses P. Dr. Ballweg. An diesem Treffen nahm die gesamte katholische Jugend der Rhön teil und als prominenter Gäste kamen Diözesanjugendführer Oskar Neisinger, Domkapitular Fuchs und Landrat Albert Miller zu Wort.
Im 2. Jahr seit der Neugründung konnte der Verein, trotz schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse, gute Fortschritte verzeichnen. Auf dem Veranstaltungsprogramm standen lehrreiche Vorträge, Theaterspiel, Familienabende und Tanzveranstaltungen. Daneben wurde Tischtennis und Fußball gespielt und ein Sportfest ausgerichtet. Erst gegen Ende des Jahres 1948 wurden die Dachziegel angeliefert und im Nu, war der Anbau gedeckt. Durch die Jugendtreffen machte sich der Verein einen guten Namen in der Öffentlichkeit und vor allem durch Heinrich Schmalz wurden die Schönauer federführend in der Jugendbewegung der Rhön.
Bei der Neuwahl der Vorstandschaft im Jahre 1949 erhielt Heinrich Schmalz einen überwältigenden Vertrauensbeweis als 1. Vorstand. Theo Stäblein wurde mit der Bauleitung des Saalausbaues betraut, Erwin Kesselring übernahm das Theaterspiel, Erich Reubelt das Sportwesen, Alfons Griebel die Kassenführung und Eduard Krammer die Führung der Vereinschronik.
Nach zweijähriger mühsamer Arbeit konnte am 8. Mai 1949 durch Präses P. Dr. Emil Ballweg der Neubau eingeweiht werden. Der Erweiterungsbau bracht zusätzliche, dringend notwendige Räumlichkeiten ein:
Einen Schankraum, ein Gruppen- bzw. Vereinszimmer, durch Schiebetür vom Saal abgeteilt und im Dachgeschoss einen Platz für die Vereinsbibliothek und einen Abstellraum.
Auf Kirchweih 1949 fand nach langer Unterbrechung eine Neuauflage der früheren „Rhöner Kermes“, mit Zechen, Plantanz und „Hofroi“ statt, was bei der Bevölkerung ein freudiges Echo fand. Nach 38 Jahren Unterbrechung wurde der alte und volkstümliche Brauch des Plantanzes, den Alten zur Erinnerung und er Jugend zur Freude erstmalig wieder durchgeführt. 32 Paare fanden sich zusammen.
Im Februar 1950 fand die letzte Generalversammlung des Kath. Burschen- und Männervereines statt, der auf einstimmigen Beschluss der anwesenden Mitglieder in der außerordentlichen Generalversammlung am 3. September in eine Kolpingfamilie umgewandelt wurde.

Kolping- Saaleinweihung & Umbau 1949 vorne v.li Erich Reubelt, Emil Stäblein, Rudi Rahm, Heinrich Schmalz, Kind: Heinz Zirkelbach

Vorstände des Kath. Burschen- und Männervereins:

Juli 1912 bis Januar 1919
Ludwig Zirkelbach

Februar 1919 bis Juni 1919
Johann Fuchs

Juli 1919 bis Dezember 1922
Alois Griebel

Januar 1923 bis März 1926
Oskar Griebel

April 1926 bis Dezember 1931
Ludwig Griebel

Januar 1932 bis Ende 1934
Willibald Stapf

März 1947 bis Mai 1947
Albin Kleinhenz

Juni 1947 bis September 1950
Heinrich Schmalz

Quellennachweis

Chronik der Gemeinde Schönau an der Brend (Vorder

"Chronik der Gemeinde Schönau an der Brend"

(C) Copyright by Gemeinde Schönau an der Brend. Nachdruck auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Gemeinde gestattet. November 2005

Herausgeber: Gemeinde Schönau an der Brend

Verfasser: Edurad Krammer mit Beiträgen von Birgit Schmalz und Bürgermeister Walter Vey

Bildnachweis: Walter Vey und Privat

Herstellung: Rötter Druck und Verlag, 97616 Bad Neustadt a.d. Saale


Radaktion der Kolpingsfamilie Schönau a.d. Brend bedankt sich, für die Erlaubnis der Veröffentlichung einzelner Beiträge auf unserer Website.

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